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Prof. Dr. Florian Artinger - 

Intuitiv entscheiden?

Der Untertitel des KYBOS-Transformationskongresses „Clever entscheiden – verantwortlich handeln – Zukunft gestalten“ sagt aus, dass Handeln in Organisationen ganz wesentlich von Entscheidungsprozessen mitbedingt ist.

Entscheidungsprozesse finden dabei auf allen Ebenen statt: Investitions-entscheidungen, strategische Entscheidungen, Auswahl von Mitarbeiter-*innen, Entscheidungen im Einkauf etc.

Auf der einen Seite gilt: Führungskräfte sind aufgerufen, zu entscheiden. Führungskräfte, die Entscheidungen auf die lange Bank schieben können ein echtes Problem darstellen. Auf der anderen Seite gilt: die Rahmen-bedingungen in denen Organisationen agieren sind komplex. Es ist schwer auszumachen, was eine Entscheidung bewirkt. Das verunsichert.

Am Ende ist es immer ein Mensch, der entscheidet. Menschen können „Richtig“ oder „Falsch“ entscheiden. In aller Regel stellt sich das aber erst hinterher heraus. Gerade große, weitreichende Entscheidungen können ernste Konsequenzen nach sich ziehen. Verständlich, dass wir danach bestrebt sind, richtige Entscheidungen oder zumindest gute Ent-scheidungen zu treffen.

 

Das komplexe Thema Entscheidungen ist mittlerweile ein eigener For-schungsgegenstand. Prof. Gerd Gigerenzer war hier der Pionier. Ich bin froh, dass Dr. Florian Artinger – der mit Prof. Gigerenzer geforscht hat, und das Unternehmen simpyrational leitet Zeit für ein Interview gefunden hat. Er wird uns einiges zum Thema Entscheidungen – vor allem zum Treffen von Entscheidungen unter Unsicherheit – berichten können.

Wie entscheiden Menschen eigentlich?

 

Rational – intuitiv. Gigerenzer kritisiert kognitive Modelle, die das Fällen von Urteilen und Entscheidungen als das Resultat komplexer unbewusster Prozesse betrachten, die eine möglichst rationale Entscheidung aus der Gesamtheit der verfügbaren Informationen erzeugen. Diesem Ansatz folgt die oftmals in der Ratgeber- und Unternehmensberatungsliteratur zu findende Empfehlung, bei Entscheidungsfindungen möglichst analytisch vorzugehen, Vor- und Nachteile aufzulisten und genau gegeneinander abzuwägen. Gigerenzer sieht das aber als Beispiel für eine Abweichung von der alltäglichen Entscheidungsfindung, die er für wenig erfolgreich hält. An Stelle eines solchen logisch-rationalen Modells des Entscheidens betont Gigerenzer die Bedeutung des Bauchgefühls – Entscheidungen werden demzufolge vor allem intuitiv anhand von Faustregeln getroffen, denen die rationalen Entscheidungsstrategien als späte Hilfsmittel nachgeordnet sind.

Prof. Dr. Artinger ist Ver-haltenswissenschaftler und arbeitet an der Schnittstelle zwischen Management, Ökonomie und Psychologie.                         

Im Speziellen erforscht er welche Entscheidungsstrate-gien Individuen und Organi-sationen unter Unsicherheit verwenden.

Er ist wissenschaftlicher Mit-arbeiter des Max-Planck-In-stituts sowie Partner und Mitgründer von Simply Ra-tional. Er wirkte an der University of Warwick sowie als Gastwissenschaftler an der Universität Oxford und der Universität Chicago. Seine Arbeit wurde unter anderem vom Leverhulme Trust und der Volkswagen Stiftung finanziert sowie von der Academy of Management und der Jungius Stiftung ausgezeichnet.

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