Rechne mit dem Schlimmsten, aber hoffe das Beste! Wie Sie als Führungskraft Hoffnung vermitteln

Unternehmen begeistern Menschen - Kunden wie Mitarbeitende - durch ihre Vision. Doch gerade in Krisenzeiten geht der Glaube der Mitarbeitenden an diese Vision schnell verloren, wenn nicht die Führungskräfte Hoffnung vermitteln.


Dabei hat Hoffnung nichts mit einem blinden oder naiven Optimismus zu tun. Der Psychologe Charles R. Snyder definierte Hoffnung als eine positive Geisteshaltung, in der Menschen auf ein wertvolles, aber unsicheres Ziel hinarbeiten.


Wer hofft, weiß, dass es Wege zu seinem Ziel gibt, die er beschreiten will und gehen kann. Nach Snyder ist Hoffnung vor allem eine Art zu denken. Hoffnung und Angst sind dabei zwei Seiten der gleichen Medaille: Wir können hoffen, unseren Job zu behalten oder uns ängstigen, ihn zu verlieren.


Hoffnung ist eine kognitive Leistung


Angst entsteht unbewusst. Hoffnung braucht eine gewisse kognitive Anstrengung.

Laut Gabriele Oettingen, Professorin an der New York University, entsteht Hoffnung oder, wie sie es nennt, eine positive Zukunftsfantasie wenn der Mangel groß und die Wahrscheinlichkeit den Mangel auszugleichen gering ist. Hoffnung hat dabei eine Art Alarmfunktion: Sie zeigt uns auf, dass es einen Mangel gibt, um den wir uns kümmern müssen. Habe ich dabei ein Ziel oder eine positive Zukunftsvision vor Augen, kenne ich auch die Richtung meines Handelns. Ohne Hoffnung drohen Verzweiflung und Apathie.


Wer hoffnungsvoll ist, bleibt in düsteren Zeiten geduldig und kann auf Besserung warten. Hoffnung kann aber auch die Motivation dämpfen, etwas zu unternehmen, um die bessere Zukunft herbeizuführen. Wer sich bereits zu Beginn seines Weges hin zu seinem Ziel den Zielzustand in hellsten Farben ausmalt, läuft schnell Gefahr, seinen Weg nicht konsequent weiter zu gehen. Positive Zukunftsfantasien sorgen laut Oettingen im Moment für gute Stimmung, beinhalten aber auch die Gefahr, dass man die nötigen Schritte unterlässt. Um dies zu verhindern, muss man die Hoffnung mit den Hindernissen, die man noch zu überwinden hat, kontrastieren. Erst dann entsteht Motivation.


Was können Führungskräfte tun?

  1. Keine falschen Hoffnungen wecken.

  2. Denken Sie daran, wie viel schlechter es werden könnte und bereiten Sie sich darauf vor.

  3. Gehen Sie transparent und offen mit der aktuellen Situation um.

  4. Gewähren Sie Ihren Mitarbeitenden einen Einblick in die aktuellen Geschäftszahlen: Wie entwickeln sich Umsätze und Gewinne?

  5. Reden Sie frühzeitig über Gefahren und drohende harte Maßnahmen.

  6. Setzen Sie akut notwendige Maßnahmen schnell um. Zaudern Sie nicht.

  7. Bieten Sie einen Ausgleich für hingenommene Härten, z.B. Optionen auf zukünftige Firmenanteile bei Gehaltsverzicht heute.

  8. Zeigen Sie, dass Sie einen Plan haben, wie man aus der Situation herauskommen kann.

  9. Verkünden Sie so früh wie möglich, dass da Licht am Ende des Tunnels ist.

  10. Hören Sie in Gesprächen mit Ihren Mitarbeitenden aufmerksam zu und zeigen Sie Verständnis für deren Ängste und Sorgen.

  11. Bieten Sie Zuspruch und Hilfe an.

  12. Sind Ihre Mitarbeitenden im Homeoffice, sorgen Sie für regelmäßige Kontakte, die nicht nur dazu dienen, Aufgaben zu besprechen. Geben Sie Raum über Befindlichkeiten zu sprechen: Wie geht es den Mitarbeitenden gerade? Was bewegt sie? Wie ist ihre Stimmung?

  13. Organisieren Sie regelmäßige Kontakte, z.B. in Form einer virtuellen Kaffeepause, in der sich, ermittelt durch einen Zufallsgenerator, für 15 Minuten Kolleginnen und Kollegen zum Kaffeeplausch treffen - auch mal mit ihrem Chef oder der Geschäftsleitung.

  14. Arbeiten Sie zusammen mit Ihrem Team an Themen, die Sie in der Zukunft stark machen. Gehen Sie strategische Projekte an, nutzen Sie die Zeit für Optimierungen oder dem Aufbau neuer Geschäftsfelder.

  15. Binden Sie die Mitarbeitenden dabei ein. Machen Sie sie zu Intrapreneuren und fordern bzw. fördern Sie deren Kreativität, um neue kundenrelevante Lösungen zu entwickeln.

Krisen sind gerade für Führungskräfte sehr herausfordernde Zeiten, die unsere psychische Widerstandskraft besonders fordern.


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